Die Stimme Thomas Klock

 

Angefangen hat alles als kleines Kind – ich wusste immer schon, dass ich Radiomacher werden wollte. Während andere in meinem Alter von Berufen wie Lokomotivführer oder Polizist träumten, bastelte ich an meinem ersten Kofferradio mit Mikro-Anschluss herum, das mir mein Vater zum 6. Geburtstag schenkte. Nach und nach baute ich mir ein kleines Radiostudio zu Hause auf, und als ich – wegen gleichzeitiger Begeisterung für Elektronik – die HTL besuchte, brachte ich dort ein Schulradio via Lautsprechersystem heraus. 

Das so gut ankam, dass mich mein Klassenvorstand und meine Mutter ermunterten, ein Band davon doch zum ORF zu senden. Ich schickte es natürlich zu Ö3. Ich wusste so gut wie alles über diesen Sender, seinen Moderatoren hing ich an den Lippen. Mit den Idolen wie Dieter Dorner oder Hans Leitinger wuchs ich förmlich auf. Ein anderes verstarb Ende 1980: John Lennon. Ein Nachruf, den ich für das Schulradio produziert hatte, brachte eine Einladung zu einer Probesendung bei Ö3. Der Brief hängt noch heute gerahmt an meiner Wand.

Knapp vor der Matura war ich in den geheiligten Hallen des Wiener Funkhauses, ich hatte meinen persönlichen Olymp betreten. Vor lauter Ehrfurcht getraute ich mich gar nicht zum Haupteingang hinein, und steuerte zunächst den Portier der Garageneinfahrt an. Aber bald saß ich im Ö3-Studio – und verblüffte Tonmeister und Regie: ich saß da, und benahm mich wie ein Profi. Ich hatte mir alles selbst beigebracht, in einem jahrelangen Puzzle an Zuhören und Abschauen.

Die Worte des damaligen Ö3-Magazinchefs Peter Barwitz nach der Probesendung sind mir heute noch im Ohr: „Das war gut! Aber jetzt machen’s mal die Matura, und dann rufen’s gleich nachher an.“ Ich hätte die Schule acht Wochen vor dem Ende an den Nagel gehängt. Aber so war ich motiviert wie noch nie und erhielt ein Maturazeugnis mit „ausgezeichnetem Erfolg“... Gleich am nächsten Tag rief ich bei Ö3 an. An diesem 30.6.1981 packte ich meinen Koffer und ging nach Wien. Ich dachte mir, ich werde wohl einmal mit Plattenschlichten beginnen dürfen. Aber als ich Hans Leitinger vormittags darauf persönlich gegenüber saß, hielt er mir den Dienstplan vom legendären „Treffpunkt Studio 4“ vor die Nase. Und da stand auch mein Name, dreimal im Juli, sogar vorne richtig mit K und nicht mit G geschrieben – ich fühlte mich plötzlich nicht mehr fremd, irgendwie zu Hause. Am 7.7.1981 war meine erste Livesendung.

Ich erlebte eine spannende Zeit im ORF bis 1991, sowohl im Radio als auch im Fernsehen ( Persönlicher Werdegang), und die Arbeit als Stimme ist mir neben meinen Berater- und Trainingstätigkeiten auch heute noch wichtig.

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